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Arbeitsgemeinschaft Kassel

Neujahrsempfang mit Botschafter Dr. Harald Kindermann

Mehr als 120 Gäste, Freunde und Mitglieder der DIG waren am 21. Januar 2010 in die Räume der Firma Plansecur gekommen, um am Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft Kassel teilzunehmen. Manfred Oelsen begrüßte zahlreiche Vertreter aus dem Bereich der Politik, der Kirchen, der Jüdischen Gemeinde Kassel und der Wirtschaft, die seit Jahren regelmäßig den bereits traditionellen Empfang mit prominenten Gastrednern besuchen.

Manfred Oelsen konnte in seinem Jahresrückblick wieder auf zahlreiche Veranstaltungen hinweisen, die in eigener Regie oder mit Kooperationspartnern durchgeführt wurden. Der Ausblick auf das Jahr 2010 schloss die bevorstehende Reise nach Israel ein. Ein Besuch von Kfar Tikva, das „Dorf der Hoffnung“, das von unserer Arbeitsgemeinschaft unterstützt wird, ist vorgesehen. Auch der Hinweis auf die gemeinsam mit dem Hessischen Rundfunk zum zehnten Mal durchgeführte Konzertreihe am Holocaust-Gedenktag fand Beachtung. Als 160. Mitglied konnte er Jürgen Kayser, den neuen Bürgermeister der Stadt Kassel, begrüßen.

In Grußworten gingen Claudia Korenke, Vizepräsidentin der DIG, der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen und der neue Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke auf ihre persönlichen und beruflichen Beziehungen zu Israel und zur DIG ein.

Der Beitrag von Claudia Korenke machte deutlich, dass es nicht immer leicht ist, die Anliegen der DIG in der Öffentlichkeit zu vertreten, ohne sich in der Tagespolitik zu verlieren.

Botschafter Dr. Dr. Harald Kindermann verzichtete ausdrücklich auf ein Referat. In freier Rede warf er einen sehr persönlichen Blick auf das Land Israel, die Israelis und die Palästinenser und brachte damit seine Verbundenheit mit dem Land und den Menschen zum Ausdruck. Es war kein Zufall, dass er in Kfar Tikva eine mit Spendengeldern aus Kassel errichtete Holzwerkstatt einweihte. Mit dem Bibelzitat „In meines Vaters Haus sind viele Zimmer“ machte er auf die vielfältigen Möglichkeiten aufmerksam, die Kontakte zu Israel zu vertiefen. Die Arbeitsgemeinschaft Kassel gebe ein Beispiel.

Die vor über fünfzig Jahren begonnenen inoffiziellen Kontakte führten zunächst zu einem ersten „Wiedergutmachungsabkommen“ zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Der Staatsbesuch von Shimon Peres am 27. Januar 2010 und die vorausgegangene gemeinsame Kabinettssitzung der Regierungen beider Länder seien historische Besuche, die auch neue Formen der Zusammenarbeit auf anderen Ebenen herausforderten. So sei heute die „Kultur als zentraler Teil der Außenpolitik“ zu betrachten und entsprechend zu fördern. Wenn sich „eine Beziehung der Freundschaft und ganz besonderen Nähe“ entwickelt habe, „so dürfe man nicht auf eine Antipathie gegenüber den Palästinensern schließen“.

Der Botschafter forderte zu einer fairen Beurteilung des Staates Israel auf, der sich seit seiner Gründung einer ständigen massiven Bedrohung ausgesetzt sehe.

Die Rede des Botschafters wurde mit viel Beifall aufgenommen. Sie stellte eine wichtige Ergänzung der Redebeiträge der letzten Jahre dar.

Die gewohnte musikalische Begleitung durch das Duo „Shiratori“ schloss eine gelungene Veranstaltung ab, bei der noch 1.000 Euro für Kvar Tikva gespendet wurden.

Wolfgang Caspar


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