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DEN ARBEITSGRUPPEN: Baden-Baden
THEMA: Brücken bauen: Marc Scheps zum Thema Dialoge über deutsche und israelische Künstler
Die Gräueltaten in der deutschen Vergangenheit haben eine tiefe Kluft im Verhältnis zu den Juden aufgetan, so die Vorsitzende
der DIG Baden-Baden in ihrer Einführung in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Mit dem Bekenntnis, die DIG wolle sich aktiv
dafür einsetzen, Brücken der Verständigung zwischen beiden Völkern zu errichten, gab Barbara Hoffs dem Gastredner das Stichwort.
Auch der ehemalige Direktor des Tel Aviv Museums of Art, später Direktor des Museums Ludwig in Köln und der Stiftung des Ehepaars
Ludwig, nannte Brücken eine sachliche und ideelle Metapher für die Überwindung getrennter Territorien. Als einen Weg zum Dialog
zwischen Menschen, die sie überschreiten, um sich unbekannten Terrain zu nähern, bezeichnete Scheps den Dialog deutscher und
israelischer Künstler.
Zurückblickend auf eine lange gemeinsame Geschichte, die 1933 willkürlich abgebrochen wurde, stellte er Schicksale einzelner
Künstler vor, deren deutsch-jüdische Symbiose als wichtiger Bestandteil in Israels Kulturleben bis heute wirke. Einschränkend
beobachtete Scheps, dass die Suche nach dem künstlerischen Dialog sich eher auf zwei entgegen gesetzte Monologe beschränke,
weil Zuhören und Sprechen häufig aneinander vorbei zielten.
Gegenseitige Vorbehalte prägten immer noch die Gegenwart. Setze sich der künstlerische Austausch auch zunehmend global durch,
so gestalte sich die Begegnung zwischen deutschen und israelischen Künstlern wie die zögerliche Annäherung zweier entfremdeter
Brüder.
Wenngleich Scheps die "Asymmetrie" des Dialogs beklagte, weil sich die jüdischen Künstlerwelt mehr für Deutschland und seine
Kunstakademien interessierten als umgekehrt, so wusste er doch einige markante Beispiele zu nennen, an denen sich eine neue
künstlerische Identität ablesen lasse. Als deutsche Künstler, die sich von Israel inspirieren ließen, nannte er A.R. Penk,
Anselm Kiefer, Gerhard Richter und Sigmar Polke.
Dani Karavan, ein israelischer Künstler, installierte bereits 1982 eine Ausstellung in Tel Aviv, die anschließend in
Baden-Baden gezeigt wurde.
Berühmtheit erlangte die Arbeit von Menashe Kadishman im Jüdischen Museum in Berlin, die sowohl den Opfern des Holocaust als
auch den Schrecken von Krieg und Gewalt generell erschütternden Ausdruck verleiht. Nicht zu vergessen ist Micha Ullman, der
am 31. Juli in Bernau im Schwarzwald den bedeutendsten Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg, den Hans-Thoma-Preis 2005
verliehen bekommen hat.
Kunsthallendirektor Dr. Winzen bekräftigte seine Entschlossenheit, ähnlich der Kooperation mit Polen und Russland, auch mit
Israel die Brücke des künstlerischen Dialogs zu beschreiten.
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