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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Münster

THEMA: Die Sache Israels braucht Begeisterte.

Es gibt Sachen, die liegen auf der Straße, man muss sich nur bücken und dann hat man sie. Die deutsch-israelischen Beziehungen sind so eine Sache. Deutschland und Israel sind Teil einer Wertegemeinschaft: Freiheit, Recht und Demokratie werden in beiden Ländern hochgehalten. Dazu sind beide Völker durch die Vergangenheit aneinander gebunden, denn mehrere Millionen Tote sind Verpflichtung.
Es gibt indes nichts, was nicht noch besser funktionieren könnte, und das gilt auch für die deutsch-israelischen Beziehungen. Diese zu fördern, Projekte zu unterstützen, die Israelis und Deutsche zusammenbringen, das war in den vergangenen Jahrzehnten das Anliegen von Karl-Heinz Volkert in Münster. Durch eine Stiftung, die aktive Deutsche und Israelis auszeichnet und ihnen und ihrer Arbeit so gebührende Aufmerksamkeit gibt, soll in Zukunft für die gemeinsame Sache der Deutschen und Israelis geworben werden. Die Sache Israels braucht Begeisterte.
Eine gute Idee allein reicht nicht aus, man braucht Mitkämpfer, und die fanden sich. Mit diesen Mitkämpfern wurde Geld eingesammelt, denn eine Stiftung benötigt Kapital. Das dauerte allerdings länger, denn wegen des Tsunamis zur Jahreswende 2004/2005 wurden Spendengelder in den vom Elend betroffenen Regionen dringend benötigt. Ende 2005 war die Mindestsumme zusammen, das Regierungspräsidium in Münster erteilte grünes Licht für die Gründung. Wenige Wochen später wurden die Gremien der Stiftung gebildet, Vorstand und Kuratorium. Zum Vorsitzenden des Kuratoriums wurde Dr. Rolf Krumsiek bestellt, ehemaliger Justizminister von Nordrhein-Westfalen. Vorstandsvorsitzender ist Dr. h.c. Johannes Gerster, der zuletzt die Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem leitete.
Der Preis für die Förderung der deutsch-israelischen Beziehungen wird alle zwei Jahre verliehen. Die Planungen für die erste Würdigung laufen bereits. Der Ort der ersten Preisverleihung ist gefunden, man geht in die Alte Synagoge in Essen. Auch wenn die Stiftung ihren Sitz in Münster hat, so signalisiert die Wahl Essens, dass man über den westfälischen Tellerrand schauen will, versicherte Rolf Krumsiek.
Angesichts der für Israel bedrohlichen Situation in diesen Monaten verweist Karl-Heinz Volkert auf den Wert der Stiftung. Sie signalisiert Unterstützung für die Sache der Israelis, für ihr Lebensrecht. "Wenn es eine solche Stiftung noch nicht geben würde, müssten wir sie jetzt gründen", erklärte der ehemalige Kommunalpolitiker. Indes ist die Stiftung gegründet, die Sache lag auf der Straße, der rührige Münsteraner hat sich gebückt und die Idee von der Straße in die gute Stube geholt.

Norbert Korfmacher


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