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Starke jüdische Frauen
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Über eindrucksvolle jüdische Frauen sprach Miriam Magall bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft München am 8. Juli. Die Referentin stammt aus Tel Aviv, lebt seit 1988 in Deutschland (seit zwei Jahren in München) und ist selbst ein Beispiel dafür, dass sich Religiosität und Durchsetzungsvermögen nicht ausschließen. Zum einen ist Miriam Magall Publizistin, die zum Beispiel "Eine kleine Geschichte der jüdischen Kunst" und "Archäologie und Bibel" veröffentlichte und deren "Rundgang durch das jüdische Heidelberg" im Frühjahr 2005 erscheinen wird. Zum anderen arbeitet sie als Dolmetscherin und berichtete den Münchner DIG-Mitgliedern von eindrucksvollen Erfahrungen, wie sich Frauen in Israel auf knallhartes Business verstehen. Dabei können, so Muriel Magall, gerade auch Mütter Karriere machen: In Israel gäbe es gute Betreuung in den ausreichend vorhandenen Kinderkrippen und -gärten. Die Referentin belegte mit vielen Beispielen, dass jüdische Frauen schon in frühen Zeiten emanzipiert waren. Und immer teilten sie auch das Schicksal von Krieg und Verfolgung mit den Männern. Miriam Magall erzählte von den jüdischen Stammmüttern Sarah, Rebecca, Leah und Rachel und anderen bedeutenden biblischen Frauen. Zum Beispiel hob sie die fünf Töchter des Zelofhads hervor, die Anspruch auf das Erbe erhoben - von Gott Recht bekamen und einen Präzedenzfall schufen (4. B. M., 27). Und sie berichtete von Deborah, die nicht nur Richterin, sondern auch Großgrundbesitzerin war. Selbstverständlich kamen Judith und Königin Esther zur Sprache - beide retteten ihr Volk - oder, als Beispiel einer frühen Märtyrerin, Hannah. Miriam Magall stellte zudem unbekanntere Frauen wie Dona Gracia Nassi (15. Jh.) vor, die als Tochter eines portugiesischen Neuchristen im Alter von 33 Jahren dem Familienunternehmen im Ausland vorgestanden und später in Tiberias die Idee eines jüdischen Staates vorangetrieben habe. Für die jüngere Vergangenheit dienten Dichterinnen wie Else Lasker-Schüler, Nelly Sachs oder Anna Sehgers und Politikerinnen wie Rosa Luxemburg oder Golda Meir als Beispiele für starke, eindrucksvolle jüdische Frauen. Miriam Magall schloss ihre beeindruckende Übersicht mit einer Anmerkung aus der Religion: "schechina" bedeutet Gottes Gegenwart und ist im Hebräischen ein Femininum. Der zweite Teil des Abends war den Berichten aus der Vorstandsarbeit gewidmet. Daniel Wirth, Vorsitzende der DIG München, hob dabei besonders den Israeltag 2003 mit 700 Besuchern und den Besuch der Chagall-Ausstellung in Augsburg im April d. J. hervor. Für 2005 ist eine Reise nach Israel geplant.

Ilse Raetsch



Daniel Wirth, Vorstand der DIG München, und Referentin Miriam Magall

 


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