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AUS DEN ARBEITSGRUPPEN: Hannover

THEMA: Stolpersteine in der Region Hannover

Die Arbeitsgemeinschaft Hannover beabsichtigt für einzelne Opfer des Nationalsozialismus in den Städten der Region Hannover so genannte "Stolpersteine" zu verlegen. Der Gedanke der Stolpersteine wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demnig entwickelt und von ihm bereits in mehreren Städten der Bundesrepublik umgesetzt. Im März 2004 hat Gunter Demnig seine Idee den Mitgliedern unserer DIG vorgestellt und dabei große Unterstützung gefunden.
In den Städten und Gemeinden der Region Hannover, in denen vor der NS-Zeit Synagogengemeinden bestanden, gibt es natürlich bereits unterschiedliche Mahnmale und Gedenktafeln. So zum Beispiel das Mahnmal in Hannover neben dem Opernhaus und das von der DIG 1993 initiierte Mahnmal in der Mahn- und Gedenkstätte in Hannover-Ahlem. Die Idee der Stolpersteine will diesen Gedanken der Mahnmale aufnehmen, ihn jedoch erweitern und ergänzen. Stolpersteine sollen nicht nur an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger erinnern, sondern z.B. auch an die verfolgten Sinti und Roma, die Zeugen Jehovas, die Homosexuellen, die Behinderten und an die Menschen, die wegen ihrer politischen Überzeugung ihr Leben lassen mussten. So wurde das Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB) auf uns aufmerksam und möchte mit einem Stolperstein auf dem Gehweg vor der Schule an ihre ehemalige sehbehinderte, jüdische Schülerin Irmgard Weinberg erinnern. Die organisatorischen Einzelheiten haben wir mit dem LBZB in persönlichen Gesprächen vorbereitet, wovon auch in den hannoverschen Medien ausführlich berichtet wurde. Für den Spätsommer 2005 soll der Stolperstein feierlich unter Einbeziehung der heutigen Schülerinnen und Schüler verlegt werden.
Frau Rohde-Dahl in Berlin bat uns auch für ihren homosexuellen Onkel Herbert Kenneweg aus Hannover, der von den Nazis in den Tod getrieben wurde, einen Stolperstein zu verlegen. Nach einem Abstimmungsgespräch in der ersten Februarwoche dieses Jahres mit Rainer Hoffschildt vom "Schwullesbischen Archiv" in Hannover, soll auch dieser Wunsch in die Tat umgesetzt werden. Die örtliche Presse hat über dieses Gespräch ebenfalls ausführlich berichtet. Mit der Initiative "Stolpersteine" wollen wir die Bürgerinnen und Bürger von heute anregen für einen Moment innezuhalten und über das besondere Schicksal dieses einzelnen Menschen nachzudenken. Mit den Stolpersteinen in den Straßen soll somit stärker, als dies ein Mahnmal kann, daran erinnert werden, dass dieser bestimmte Mensch einst Mitglied der örtlichen Gemeinschaft war, wie jeder andere von uns auch. Parallel zu dieser Initiative werden von den Mitgliedern der DIG Hannover intensive Kontakte zu den Schulen vor Ort aufgebaut, um den Gedanken der Stolpersteine durch die Einbeziehung in den Unterricht zu verstärken. Die ersten Stolpersteine in der Region Hannover werden in der Stadt Ronnenberg verlegt. Hier war es der ausdrückliche Wunsch des ehemaligen Bürgers Fritz Cohn, der heute in Lafayette, USA, wohnt, seiner ermordeten Großmutter zu gedenken. Die Stadt hat diese Idee aufgegriffen und wird, begleitet von einer Reihe weiterer Veranstaltungen, durch den Künstler Gunter Demnig die Stolpersteine am 9. Mai 2005 verlegen lassen.


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