DIG: Ursache und Wirkung nicht verdrehen!
Zur Eskalation der Gewalt im Nahen Osten erklärt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dr. h.c. Johannes Gerster:
Israel hat wie jeder andere Staat das Recht, sich und seine Bürger zu verteidigen. Tatsache ist und bleibt, dass sich Israel aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat und seit dieser Zeit – auch während der so genannten Waffenruhe – von dort beschossen wurde und wird.
Israel, dessen Zerstörung auch 60 Jahre nach seiner Gründung von islamischen Fundamentalisten, darunter auch der Hamas, gefordert und gefördert wird, hat Anspruch auf Solidarität in seinem Kampf gegen den Terrorismus. Israel weiß auch, dass Gewalt letztlich mit Gewalt nicht überwunden werden kann. Deshalb hat die israelische Regierung lange gezögert, sich gegen den Dauerbeschuss mit militärischen Mitteln zu wehren. Wer die Regeln des Nahen Ostens beherrscht, weiß aber auch, dass Nachgeben bei Terroristen als Schwäche und Einladung zu neuer Gewalt gesehen wird. Deshalb musste Israel handeln.
Die DIG fordert die Bundesregierung, die EU und die UN auf:
- sich gegen eine Verdrehung von Ursache und Wirkung im Nahostkonflikt zu verwahren. Die Hamas hat den Ausbruch offener Gewalt über mehr als zwei Jahre provoziert, ja gewollt.
- gegen einseitige, unwahre und unfaire Schuldzuweisungen an die Adresse Israels anzugehen. Den Schlüssel für ein Ende der Gewalt hat die Hamas in der Hand. Wenn Sie den Raketenbeschuss beendet, ist der Krieg beendet.
Jederzeit zu bedenken: Wenn die Araber die Waffen niederlegen, gibt es Frieden. Wenn Israel die Waffen weglegt, gibt es kein Israel mehr.
Das DIG-Präsidium war vor kurzem in Israel, Sderot und am Gazastreifen: Wir leiden mit den Opfern auf beiden Seiten. Deshalb setzen wir auf die Mittel und Möglichkeiten der internationalen Staatenwelt, das unmöglich Erscheinende endlich möglich zu machen: Dass Israel und seine Nachbarn endlich in gesicherten Grenzen und ohne Gewalt leben können.
Berlin, den 30. 12. 2008