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1. September 2009:
Vor 70 Jahren begann der Zweite Weltkrieg.

Zum 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges erklärt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dr. h.c. Johannes Gerster:

Am 1. September 1939 um 4.45 Uhr begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. In fünfeinhalb Kriegsjahren verloren zwischen 55 und 60 Millionen Menschen, Zivilisten wie Soldaten, kriegsbedingt ihr Leben. Opfer eines von Anfang an sinnlosen Krieges.

Die militärische Aggression Nazideutschlands war nicht nur ein Krieg gegen zumeist europäische Staaten und Nationen. Damit einher ging ein bis dahin undenkbarer, menschenverachtender Völkermord am jüdischen Volk. Sechs Millionen jüdische Frauen, Männer und Kinder wurden systematisch umgebracht. Fast die Hälfe davon, 2,9 Millionen waren polnische Juden.

Israelis und Vertreter anderer, vom Krieg betroffenen Nationen begrüßen, dass die Deutschen das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte aufgearbeitet haben. Der Versuch einer materiellen Wiedergutmachung wird ebenso anerkannt wie die vielfältigen Bemühungen um Verständigung und der Brückenbau zwischen Christen und Juden, Deutschen und Israelis. Auch mancherlei Anstrengungen zum Wiederaufleben jüdischen Lebens in Deutschland werden positiv bewertet.

Und dennoch gibt es immer noch und immer wieder Grund, sich über Extremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland zu sorgen, ja aufzuregen. Wer sich den 1. September 1939 und seine grausamen Folgen vor Augen hält, kann es einfach nicht fassen, wie vielfältig noch immer Rechtsextremisten in Deutschland ihr Unwesen treiben.

Sind denn die zumeist jugendlichen Gewalttäter, die sich an Farbigen, Ausländern, Juden vergreifen, einfach zu dumm oder geschichtslos, um zu erfassen, wohin Gewalt gegen das vermeintlich Unbekannte, Fremde führt? Was ist mit den Verführern und Anstiftern im Hintergrund?
Ich bleibe bei meiner Forderung: Die NPD muss verboten werden.

Die Erinnerung an den 1. September 1939 sollte uns von neuem verpflichten, immer wieder laut und vernehmbar für das Lebensrecht der Juden, ob in Deutschland, in Israel oder wo immer in der Welt einzutreten.

Erinnern statt Vergessen, Verantwortung für das Lebensrecht des jüdischen Volkes!

Berlin, 25. August 2009

 

 

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