Home    Links    Kontakt    Impressum

Presseerklärung des Präsidenten der DIG zum 9. November

Der 9. November steht dieses Jahr im Zeichen des Mauerfalls vor 20 Jahren. Wir haben allen Grund zu feiern, dass mit diesem Mauerfall die deutsche Wiedervereinigung und die Erweiterung der Europäischen Union auf Osteuropa möglich wurden. Auch die Sorgen einzelner westlicher Verbündeter oder auch offizieller Stellen in Israel vor einem neuen „Großdeutschland“ haben sich in Nichts aufgelöst. Die deutsche Wiedervereinigung und die Einigung Europas waren der krönende Abschluss und das bedeutendste Friedenswerk des zuvor durch zwei Weltkriege geprägten 20. Jahrhunderts.

Der 9. November steht aber auch für die Erinnerung an die Reichspogromnacht vor 71 Jahren. Spätestens mit ihr begann die Diffamierung, Ausgrenzung und Verfolgung der deutschen Juden für den letzten „Wegseher“ sichtbar zu werden. Inzwischen ist Israel 61 Jahre alt geworden und in Deutschland ist jüdisches Leben neu erwacht. Man könnte annehmen, die Welt habe mit dem Volk der Juden und mit Israel Frieden gemacht. Offenbar weit gefehlt.

Israel, damit die Juden werden in oft verblendeter Weise immer wieder und häufig vordergründig zum Sündenbock für vielerlei Elend und Not in der Welt gemacht. Ein gutes Beispiel lieferten im letzten Sommer der Goldstone-Bericht und seine Behandlung im UN- Menschenrechtsrat. In absolut einseitiger, unfairer Weise wurde dort das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg verurteilt. Die vorangegangenen acht Jahre, in denen die Hamas wahllos auf israelische Zivilisten zielte und damit terrorisierte, hat die UNO bis heute nicht interessiert oder gar beschäftigt. Goldstone ist selbst über die Behandlung seines Berichtes durch den UN-Menschenrechtsrat enttäuscht, wenn er jetzt sagt: „Der Resolutionstext betrübt mich, da er nur Anschuldigungen gegen Israel enthält und nicht einen einzigen Satz, der die Hamas verurteilt.“

Israel ist also wieder einmal der Alleinschuldige. Und die gemäßigten Palästinenser, die einen Ausgleich mit Israel suchen, sind wieder einmal die Dummen. Denn der UN- Menschenrechtsrat liefert den Radikalen frei Haus eine Ermunterung zur Gewalt gegen Israel. Hamas feixt und die Bereitschaft zum friedlichen Verhandeln verliert an Boden.

In diesen Kontext passen neue Tumulte um den Tempelberg in Jerusalem. Radikale, übrigens beider Seiten, sind unterwegs, um die Gegenseite zu provozieren. Hamas-Führer Khaled Maschal verkündete demzufolge aus der Sicht aller Radikaler folgerichtig und schrecklich: „Das Schicksal Jerusalems wird nur durch Kampf, nicht durch Verhandlungen bestimmt werden.“

Mit derartigen Reden und Aktionen wurden die bisher erste und zweite Intifada propagandistisch vorbereitet.

Der 9. November gibt Grund zum Feiern aber auch zu ernster Besorgnis um Frieden für Israel und seine Nachbarn.

Dr. h.c. Johannes Gerster

Berlin, den 05. 11. 2009

 

 

Pressemitteilungen

Zum Seitenanfang

© Copyright 2003-2009 Deutsch-Israelische Gesellschaft * last update: 05.11.2009