Im nächsten Jahr werden es 40 Jahre her sein, seit die Bundesrepublik Deutschland und der Staat
Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Und im Jahr darauf wird auch die DIG
ihr 40-jähriges Bestehen feiern.
Vieles ist in diesen 4 Jahrzehnten erreicht worden. Deutschland ist heute nach den USA der wichtigste
Partner im Handel, in der Wirtschaft, in der Wissenschaft und im kulturellen Austausch. Menschliche
Kontakte in großer Anzahl sind geknüpft worden; daraus sind Freundschaften entstanden. Heute sind die
Beziehungen so eng und so gut, dass sie auch Belastungen standhalten. Normal aber werden diese
Beziehungen auch in Zukunft nicht sein. Das gebieten die Vernunft und die Verantwortung vor unserer Geschichte.
Aber: Es gibt keinerlei Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Israel muss sich weiterhin eines
blutigen Terrors und einer üblen Propaganda erwehren, deren Hintermänner die Existenz des Staates
offen infrage stellen. Und bei uns ist der Antisemitismus alles andere als überwunden.
Das ist Grund genug, sich unserer Ziele erneut zu vergewissern und offen für sie einzutreten.
Für Israel!
"Die DIG ist die Organisation, in der sich Freunde Israels zusammenfinden, um in Solidarität
mit dem Staat Israel und seiner Bevölkerung zu wirken". So wollen es unsere Leitsätze.
Wir müssen verstärkt darauf hinwirken, dass das Existenz- und Zukunftsrecht des jüdischen Staates
gesichert und untermauert wird. Frieden, ein Leben in anerkannten und sicheren Grenzen,
in wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit - darum ist es schon vor 40 Jahren gegangen
und darum geht es auch heute.
An dieser unverbrüchlichen Solidarität dürfen wir keinen Zweifel aufkommen lassen.
Die hier zu lösenden Fragen sind ungemein kompliziert. Sie verlangen auch von uns
differenzierte Antworten. Eins aber muss klar sein: Ohne ein Ende des palästinensischen
Terrors wird es Frieden nicht geben können.
Diese Parteinahme für Israel wurzelt in unserer geschichtlichen Verantwortung. Sie wurzelt
aber auch in der Überzeugung, dass wir als Demokraten dem rechtsstaatlichen und demokratischen
Israel beizustehen haben. Freiheit und Menschenrechte - hierfür stehen unsere Freunde ein.
Deshalb ist unser Platz an ihrer Seite.
Gegen Antisemitismus!
Die Wunde ist noch immer offen. "Vorurteilen gegenüber Juden in der deutschen Bevölkerung
entgegenzuwirken sowie Antisemitismus und Antizionismus entschieden zu bekämpfen", das geben
uns unsere Leitsätze als Aufgabe vor.
Ob dieser Antisemitismus "alt" oder "neu" ist, ob er im Gewande der dumpfen Brutalität, des
Islamismus , einer "progressiv" antizionistischen Haltung oder der Verleugnung der eigenen
Geschichte daherkommt - das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass es sich immer um
Antisemitismus handelt. Und dagegen müssen wir aufstehen!
Wir stehen fest zu den Juden in Deutschland. Wer sie angreift, greift uns alle an. Wir alle
stehen unter dem Schutz der Verfassung und des Rechtsstaates. Und auch deshalb haben die Juden
in Deutschland Anspruch auf Solidarität und Mitmenschlichkeit.
Die Ärmel aufkrempeln!
2005 bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, unser Bemühen sichtbar zu machen und öffentlich
für unsere Ziele einzutreten. Die DIG, ihre Arbeitsgemeinschaften und das Jugendforum
werden das in vielen Veranstaltungen tun.
Heute geht unser Appell an alle Mitglieder, sich in diese Arbeit aktiv einzubringen:
- Zeigen wir Flagge, wo immer sich die Notwendigkeit und die Chance dazu bieten!
- Suchen wir offensiv das Gespräch mit anderen und versuchen wir, möglichst viele Menschen für unsere Arbeit zu werben!
- Vertiefen wir die Zusammenarbeit mit Organisationen ähnlicher Zielsetzung!
- Machen wir uns in den Medien bemerkbar, auch wenn es nur Leserbriefe, Anrufe oder Internetbeiträge sind!
- Fördern wir Deutsch - Israelische Begegnungen. Für jede Arbeitsgemeinschaft sollte gelten: Dieses Jahr in Jerusalem!
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Die hohen Ziele unserer Arbeit sind diesen Einsatz wohl wert.
Für das Präsidium der Deutsch - Israelischen Gesellschaft
Prof. Manfred Lahnstein
Präsident