Home Links Kontakt Impressum  
Moses Mendelssohn Medaille geht an Manfred Lahnstein
Auszeichnung für Ex-Bundesfinanzminister und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft // Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum verleiht Medaille seit 1994 // Festakt am 16. November in Hamburg

Potsdam/Hamburg, 31. Oktober 2006 - Manfred Lahnstein, Bundesminister der Finanzen a. D. und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, erhält die Moses Mendelssohn Medaille 2006. "Geehrt wird mit Manfred Lahnstein eine Persönlichkeit, die sich kontinuierlich und intensiv für Toleranz und Völkerverständigung einsetzt", erklärt Professor Julius H. Schoeps, Direktor des Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ), das die Medaille seit 1994 vergibt. Die Verleihung findet am 16. November in der Bucerius Law School in Hamburg statt.

Das MMZ würdigt mit der Moses Mendelssohn Medaille Persönlichkeiten, die sich für Toleranz und Völkerverständigung sowie für eine Verbesserung der deutsch-jüdischen Beziehungen engagieren. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen Ignatz Bubis (1994), Manfred Stolpe (1994), Ernst Benda (1995), Kurt Biedenkopf (1998), Arno Lustiger (1999) und Ari Rath (2002).

Moses Mendelssohn Zentrum
Das MMZ, 1992 gegründet und nach dem Philosophen und Aufklärer Moses Mendelssohn (1729-1786) benannt, ist ein interdisziplinär arbeitendes wissenschaftliches Forschungszentrum, das historische, philosophische, religions-, literatur- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung betreibt. Als An-Institut der Universität Potsdam ist es maßgeblich am Studiengang "Jüdische Studien/Jewish Studies" beteiligt. Professor Schoeps: "Das Forschungsinteresse des MMZ gilt der Geschichte, Religion und Kultur der Juden und des Judentums in den Ländern Europas: Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Beziehungsgeschichte von Juden und nicht-jüdischer Umwelt."

Erstmals wird die Moses Mendelssohn Medaille in Hamburg verliehen - eine Geste, so Schoeps, an die Heimatstadt von Mendelssohns Ehefrau, der Kaufmannstochter Fromet Gugenheim (1737-1812). Laudator wird Hamburgs ehemaliger Bürgermeister und MdB Hans-Ulrich Klose sein, der Manfred Lahnstein vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Medaille überreichen wird.

Seit 1994 DIG-Präsident
"Aktive Toleranz in Deutschland und ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis - dafür steht Manfred Lahnstein", so Julius H. Schoeps. Seit 1967 ist Lahnstein Mitglied der 1966 gegründeten Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), seit 1994 deren Präsident. Die DIG ist die zentrale überparteiliche Organisation, die in Solidarität mit dem Staat Israel wirkt und sich für einen Frieden im Nahen Osten engagiert. Sie festigt die menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen der deutschen Bevölkerung und den Israelis. Ausgangspunkt für die Arbeit der DIG ist das Wissen um die von Deutschen zu verantwortenden Verbrechen an den Juden während des Nationalsozialismus. Sie fühlt sich deshalb ausdrücklich der Aussöhnung zwischen beiden Völkern verpflichtet.

Vita Prof. Manfred Lahnstein
Manfred Lahnstein wurde 1937 in Erkrath/Rheinland geboren. Nach dem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von 1957 bis 1961 (Diplom-Volkswirt) beginnt er von 1962 bis 1964 seine Karriere als Referent für Arbeitnehmerbildung beim DGB-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen.1965 Wechsel nach Brüssel zum Europäischen Gewerkschaftsbund. Von 1967 bis 1973 Kabinettschef bei der EG-Kommission und 1973 Rückkehr nach Deutschland als Ministerialdirektor Bundeskanzleramt und Bundesfinanzministerium. 1977 bis 1980 bekleidet Lahnstein das Amt des Staatssekretärs Bundesfinanzministerium. 1980 wird er Chef des Bundeskanzleramtes, 1982 Bundesminister der Finanzen. Von 1983 bis 1994 ist Lahnstein Mitglied des Vorstandes, 1994 bis 1998 Mitglied des Aufsichtsrates der Bertelsmann AG in Gütersloh. 1994 Gründung der Unternehmensberatung Lahnstein & Partner, 1998 bis 2004 Sonderbeauftragter des Vorstandes der Bertelsmann AG. Manfred Lahnstein ist Mitglied u.a. der Aufsichtsräte/Beiräte von Thalia Theater Hamburg, Universität Haifa (Vorsitz), Kuratorium der ZEIT-Stiftung (Vorsitz) und hat mehrere Bücher publiziert, jüngst "Die gefesselte Kanzlerin" (2006).

 


Mehr News & Aktuelles

Zum Seitenanfang