Ruth Frenk
Kultur hat keine Grenzen
Ilana Barnea ist neue Geschäftsführerin der Israelisch-Deutschen Gesellschaft (IDG)
Ich kenne Ilana bereits seit 1991, als sie sehr erfolgreich den KKL in Berlin und später in München leitete.
Erfolg ist das Schlüsselwort für Ilanas Leben. Geboren in Tel Aviv, wohin ihre Eltern 1933 aus Wien flüchteten, leistete sie wie jede Israelin ihren Militärdienst. Sie war dann die Erste, die 1966 ein Bildungsprogramm im damals noch sehr jungen israelischen Fernsehen präsentieren durfte. Pionierarbeit gab es auch für sie in Kfar Saba. Dort war sie 35 Jahre lang Kulturdezernentin der Stadt, schuf neue Bildungszentren, organisierte Volkshochschulkurse, ihre Arbeit im Kunst- und Kulturbereich sollte Modellcharakter für das ganze Land haben. In dieser Funktion pflegte sie enge Kontakte zur deutschen Botschaft und zum Goethe Institut, denn Sprachkurse und Kulturaustausch mit Deutschland sind wichtige Komponenten für die Verständigung beider Völker. Schon 1982 wurde Kfar Saba Partnerstadt von Wiesbaden, später kam noch Müllheim a.d. Ruhr hinzu.
Ilana Barnea organisiert außerdem den Internationalen Harfen-Wettbewerb und alle drei Jahre das berühmte Zimriya, den Weltkongress der Chöre in Jerusalem. Dieses Jahr nimmt leider nur ein Chor aus Deutschland daran teil und zwar aus Ulm. Kein Zufall, denn Ilanas Tochter Merav Barnea wohnt mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern in Ulm, wo sie seit dieser Spielzeit als leitende Sopranistin am Ulmer Stadttheater singt.
Seit 1995 ist Ilana Barnea Mitglied des Vorstands der IDG. Als neue Geschäftsführerin hat sie sich vorgenommen, jüngere Mitglieder für diese Gesellschaft zu gewinnen. Dies ist in der heutigen Zeit keine einfache Aufgabe. Nicht viele Israelis lernen Deutsch, es wird daher schwierig sein, Vorträge über das moderne Deutschland zu organisieren, die junge Israelis interessieren werden. Im Gegensatz zu den Medien möchte der IDG Informationen vermitteln, die den Dialog zwischen Deutschen und Israelis fördern können.
Wir freuen uns, eine neue Ansprechpartnerin in Israel zu haben und wünschen ihr für ihre Aufgabe viel Erfolg.