Johannes Reiner
Freiburg: Jerzy Montag in Freiburg
Herr Montag MdB (Bündnis/90) der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, stellte zunächst die Parlamentariergruppe mit 111 Mitgliedern als die zweitgrößte im Bundestag vor. Die Kontakte zu den Abgeordneten der Knesset sind ausgezeichnet und werden durch vor allem durch persönliche Kontakte besonders belebt. Ebenso gute Verbindungen pflegt die Gruppe zum Zentralrat der Juden, zu jüdischen Studentengruppen und ebenso zu israelischen Arabern
Herr Montag erläuterte anschließend an Hand von drei Beispielen die Einwirkungsmöglichkeiten der Parlamentariergruppe.
Zum einen wurde die Gruppe beim Anschlag auf den jüdischen Kindergarten in Berlin tätig und zum anderen bei den Nachwirkungen anlässlich des Besuches der Katholischen. Bischöfe in Israel. So fand u.a. auch ein persönliches Gespräch mit Bischof Hanke in Eichstätt statt.
Hanke hatte die Situation in Ramallah mit dem Warschauer Ghetto verglichen.
Als weiteres Beispiel fügte Herr Montag seine Einlassung bezüglich der bislang auf deutschen Bahnhöfen verwehrten Ausstellung über die Deportation von 11.000 Kinder in die Vernichtungslager an.
In seinen weiteren Ausführungen gab Herr Montag noch einen Lagebericht über die gegenwärtige Situation im Nahen Osten. Insgesamt gesehen bewertet Montag die Lage als schlecht und nicht überzeugend hoffnungsvoll.
Er vertrat die Ansicht, dass es nichts nütze, wenn man sich gegenseitig die Schandtaten vorhält und die Fähigkeit zur Differenzierung bei Problemen zu Gunsten der Polarisierung vernachlässigt.
An einer Zweistaatenlösung komme man nicht vorbei und alle Kraft zur Realisierung müsse über ein Parzellierungsverfahren aufgewendet werden, damit beide Seiten Perspektiven für eine sichere und gemeinsame Zukunft nebeneinander bekommen.