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* * *    60 Jahre Israel    * * *
 

Dirk Niebel MdB

Wirtschaftswunderland Israel

Israel ist das beste Beispiel für ein Wirtschaftswunderland. In den letzten sechzig Jahren haben sich Wirtschaft, Bevölkerung und Bruttonationaleinkommen auf einzigartige Weise entwickelt.

Israel hat seit seiner Staatsgründung 2,4 Millionen Einwanderer mit unterschiedlicher Herkunft gesellschaftlich integriert. Sieben Millionen Einwohner leben in einem wasser- und rohstoffarmen Land, das sich in rasanter Geschwindigkeit von einem Agrarstaat zu einem modernen Hightech-Industrie-Land entwickelt hat. Ex- und Importe machten 2007 jeweils mehr als 40% des BIP aus. Exportiert werden industrielle Güter, insbesondere High-Tech-Produkte, militärische Ausrüstung und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Importiert werden Rohstoffe, Investitionsgüter und Konsumgüter. Der Tourismus ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor. Israel, das faszinierende „Heilige Land“, zieht zudem viele Touristen an, die die geographische Vielfalt, die archäologischen und religiösen Stätten und moderne Urlaubsparadiese am Meer erleben wollen.

Der wirtschaftliche Wohlstand ist für den Alltag der Menschen von großer Bedeutung und trägt wesentlich zur Sicherung des Friedens bei. Bis 1972 gab es in dem System aus Markt- und Planwirtschaft ein durchschnittliches Wachstum des BSP von ca. 10% jährlich. Nach dem Yom-Kippur-Krieg 1973 führten wirtschaftspolitische Fehler zu Inflation und hoher Verschuldung. Die Ölkrise und die weltweite Rezession brachten Israel an den Rand des Abgrunds. 1985 wurde mit einem Notplan zur wirtschaftlichen Stabilisierung ein neuer, sehr erfolgreicher Kurs in Richtung moderne Marktwirtschaft eingeschlagen. Gegenwärtig hat Israel die bisher niedrigste Inflationsrate, und auch 2007 wuchs die Wirtschaft mit 5,34 % im fünften Jahr in Folge - trotz des Libanonkriegs. Neben den günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben umfangreiche Reformen, die den Markt für einen stärkeren Wettbewerb geöffnet haben, das Wachstum begünstigt.

Die vielfältige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel ist auch ein Verdienst der liberalen Außenpolitik in den vergangenen Jahrzehnten. Es hat sich ein enger Austausch in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur entwickelt. Deutschland ist nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner im Export. Bei den Einfuhren hat China Deutschland allerdings auf den dritten Platz verdrängt. Der deutsch-israelische Handel erreichte 2007 ein Volumen von ca. 4,25 Milliarden Euro.

Wirtschaftliche Kooperationen werden auch zukünftig ein wichtiger Motor für beide Länder sein. Die Deutsche Telekom hat im letzten Jahr erfolgreiche Innovationsprojekte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie vorgestellt, die sie in nur einem Jahr gemeinsam mit kreativen israelischen Start-up-Firmen von der Idee zu marktreifen Produkten entwickelt hat. Verschiedene Verkehrsinfrastrukturprojekte der Regierung bieten darüber hinaus weitere Optionen für die mehr als 40 deutschen Unternehmen in Israel.

Dirk Niebel MdB ist FDP-Generalsekretär, Stv. Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft


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