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Danke, Heinz!

So werden viele unter uns gedacht haben, als sie die Nachricht vom Tode unseres Freundes Heinz Striek erhielten. Gewiss, Heinz ist 93 Jahre alt geworden. Ein „gesegnetes Alter“, wie man so schön sagt. Und doch sind wir alle ein Stückchen ärmer geworden.

Ich sehe ihn vor mir, in seinem alten Regenmantel, seine fürsorgliche Frau Ilse an seiner Seite. Und fast immer war auch noch der Hund dabei, dem beider uneingeschränkte Zuneigung galt. Ein Urbild bürgerlicher, zuverlässiger, sozialdemokratischer Bescheidenheit ist das gewesen und bleibt mir vor den Augen stehen. Er hat mir rasch beigebracht, dass „berlinisch“ auch anders sein kann als aufgetragen oder auf eitle Art uneitel.

Heinz Striek, 2008

Heinz Striek hat in seiner jahrzehntelangen politischen Tätigkeit zäh am Gemeinwohl gearbeitet, natürlich auf seine getrennte Heimatstadt Berlin konzentriert. Er ist deren Bürgermeister und Senator für Finanzen gewesen, hat seine Stadt vorangebracht und für sie Ehre eingelegt.

Immer aber haben ihn zwei Dinge umgetrieben: Die Teilung Deutschlands und die Zukunft Israels. Über dreizehn Jahre hinweg hat er unsere Arbeitsgemeinschaft Berlin geleitet, fünfzehn Jahre hindurch ist er Vizepräsident unserer Gesellschaft gewesen. Als dann die Vereinigung kam, hat er sie als auch persönliches Geschenk begriffen. Wir haben uns damals zusammen mit Hildegard Radhauer und Hans Koschnick aufgemacht, um in Potsdam, Dresden, Leipzig und anderen Orten in den „neuen Bundesländern“ Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufzubauen.

Das ist jetzt schon Geschichte. Die Zukunft Israels aber hat ihn bis zuletzt umgetrieben. Aus meinem letzten Gespräch mit ihm weiß ich, dass er die gegenwärtige Lage mit Sorge, ja auch mit Kritik betrachtet hat. Aber auch darin hat er nicht allein gestanden. Diese Sorge ist ihm jedoch nicht zur Resignation, sondern zur Aufforderung geworden, mit unseren bescheidenen Mitteln für eine gesicherte und gute Zukunft in Israel und der Region einzutreten.

Das alles wollen wir nicht vergessen. Es lohnt sich gerade jetzt, in seinem Sinne weiter zu arbeiten. Also, verehrter Freund: Tiefen Dank, Heinz!

Manfred Lahnstein

 
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