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DIG - FRIEDENSPREIS 2010
 

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verlieh am 31. Mai 2010 im ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn zum vierten Mal ihren Friedenspreis. Er ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die jüdische Highschool Amakim Tavor im Kibbuz Mizra und an die arabische Highschool in Iksal für jahrzehntelange Zusammenarbeit im Dienste des Friedens und der Toleranz zwischen Juden und Arabern. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde von Frau Krumpholz und mir an die Vertreter beider Schulen, Frau Sohar Nusier und Herrn Noah Sagih, überreicht. Frau Krumpholz hatte diese Zweierpartnerschaft vor 10 Jahren zu einer Dreierpartnerschaft mit Bonner Schulen ausgeweitet.

Die Veranstaltung wurde von zwei höchst unterschiedlichen, folgenreichen Ereignissen überlagert: Dem Stopp eines Schiffskonvois, der die Blockade vor der Küste des Gazastreifens durchbrechen wollte, durch die israelische Marine und durch den überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler. Dennoch waren zahlreich angemeldeten Ehrengäste, Vertreter des öffentlichen Lebens, von Bund, Land, Stadt, DIG-Arbeitsgemeinschaften sowie Schüler, Lehrer und Eltern der Bonner Schulen erschienen. Wir haben uns gefreut, dass die Veranstaltung in Bonn von zahlreichen Gästen besucht wurde – darunter vielen Jugendlichen, die in der einen oder anderen Weise an den deutsch-israelischen Beziehungen interessiert sind und zum Teil an Jugendbegegnungen beteiligt waren.

Bundesminister Dirk Niebel, zugleich Vizepräsident der DIG widmete seine Laudatio dem privaten Engagement der Schulen für Ausgleich, Frieden und Abbau von Vorurteilen. Zu dem Zusammenstoß des Vormittags mit 15 Todesopfern sagte er: „Der Vorfall zeigt einmal mehr die Dringlichkeit, die Friedensbemühungen im Nahen Osten voranzubringen.“

Für die DIG erklärte ich: „Wir stehen solidarisch zu Israel und fühlen uns dem so notwendigen Ausgleich im Nahen Osten im Interesse Israels verpflichtet. Mein besonderer Gruß und Glückwunsch gilt dem früheren Bundestags- und DIG-Vizepräsidenten Dr. Burkhard Hirsch zu dessen 80. Geburtstag.“

Die Veranstaltung wurde durch Grußworte der israelischen Botschaft und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ebenso bereichert wie durch das hervorragende Ensemble für Alte Musik der Musikschule Bonn.

von Dr. h.c. Johannes Gerster

Die folgenden Bilder geben einen Eindruck einer gelungenen „Friedensfeier“.


Überreichung des Friedenspreises: v.l. Dr. h.c. Johannes Gerster. Sohar Nusier, Noah Sagih


Die Preisträger mit der Urkunde, die folgenden Wortlaut hat:

Die jüdische Highschool Amakim Tavor und die benachbarte arabische Highschool Iksal bemühen sich seit den 90er Jahren um Zusammenarbeit und gute Nachbarschaft. Auch in politisch schwierigen Zeiten, z. B. während der zweiten Intifada und des Libanonkriegs, haben sie ihre Verständigungsarbeit unverdrossen weitergeführt.

Seit 2001 unterstützt ein Austauschprojekt mit gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern aus Bonn diese Arbeit. Die jährlichen Begegnungen tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen.

Neben gemeinsamen Seminaren und Projekten wurde eine jüdisch-arabische Unterrichtsreihe entwickelt. Inzwischen findet ein gemeinsamer wöchentlicher Unterricht abwechselnd in einer der beiden Schulen statt. Themen sind: Identität, Staatsbürgerschaft, Demokratie und die unterschiedlichen Narrative ihrer Geschichte. Die Benotung dieses Unterrichts ist Teil der Abiturnote.

Die Zusammenarbeit der beiden Schulen hat inzwischen zu Nachfolgeprojekten geführt.

Mit dem Friedenspreis 2010 ehrt die Deutsch-Israelische Gesellschaft dieses vorbildliche Engagement für Toleranz und Frieden im Nahen Osten.

Dr. h.c. Johannes Gerster, Präsident


weitere Impressionen:


v.l.: Sohar Nusier, Noah Sagih, Dirk Niebel, Dr. Marion Gierden-Jülich,
Bürgermeister Helmut Joisten, Dr. Heinrich Bartel,
Bärbel Diekmann, Dr. Burkhard Hirsch


v.l. Dr. Helmut Krumpholz, Magdalene Krumpholz, Dr. h.c. Johannes Gerster,
Sohar Nusier, Noah Sagih, Dirk Niebel


Dr. h.c. Johannes Gerster am Rednerpult


v.l. Magdalene Krumpholz, Dirk Niebel, Johannes Gerster

31.05.2010
Pressemitteilung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Durch privates Engagement Freundschaften aufbauen:

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel würdigt deutsch-israelisches Austauschprogramm Bundesminister Dirk Niebel würdigte am Montag in einer Laudatio anlässlich der Verleihung des Friedenspreises der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an eine jüdisch-israelische Schule in Mizra und an eine arabisch-israelische Schule in Ixsal deren große Verdienste für ein friedliches Zusammenleben über Religionsgrenzen hinweg.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel betonte: "Die Preisträger symbolisieren beispielhaft, wie privates Engagement für den Frieden gelebt und eine friedliche Zusammenarbeit sowie der Abbau von Vorurteilen schon bei Jugendlichen durch gegenseitigen Austausch realisiert wird."

Die Schulen führen gemeinsam mit Bonner Schulen und mit Unterstützung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ein Schüleraustauschprogramm durch. Dieses Projekt wird in diesem Jahr zum 10. Mal durchgeführt und setzt seinen Schwerpunkt auf Frieden und Versöhnung. Die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft findet abwechselnd in Israel und Deutschland statt. Bei dem Schüleraustausch leben die teilnehmenden deutschen, jüdisch-israelischen und arabisch-israelischen Schüler bei den jeweiligen Gasteltern. Minister Niebel beschreibt den großen Wert dieses Austauschprojektes: "Es zeigt sich, dass "Hass" in "Zuneigung" geändert werden kann und dass aus Feinden Freunde werden können."

In diesem Zusammenhang nahm Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel auch Stellung zum israelischen Marineeinsatz der frühen Morgenstunden: "Gerade anlässlich der Verleihung eines Friedenspreises sage ich zu den aktuellen Meldungen ganz deutlich: Ich bin bestürzt darüber, dass es offenbar zahlreiche Tote und Verletzte gegeben hat. Jetzt geht es um die umfassende Aufklärung der Umstände, die zu dieser Eskalation von Gewalt geführt haben. Der Vorfall zeigt einmal mehr die Dringlichkeit, die Friedensbemühungen im Nahen Osten voranzubringen."

 


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