Vor etwas über einem Jahr öffnete Gedenkstätte und Museum Trutzhain seine Türen.
Als jüngste Gedenkstätte in Hessen soll an einem besonderen Ort an eine
unvergleichliche Geschichte erinnert werden.
1939 richtete der NS-Staat bei Ziegenhain, rund 45 km südlich von Kassel, als Stalag
IX A das größte Kriegsgefangenenlager auf dem Gebiet des heutigen Hessens ein. Nachdem
im April durch die Eroberung der US-Streitkräfte das Lager aufgelöst worden war, nutzte
man es für die Dauer eines Jahres als Civil-Internment-Camp, in dem hochrangige Nazis
und SS-Angehörige interniert wurden.
Im Laufe der Jahre 1946/1947 kam es in Polen wiederholt zu Pogromen an Juden, die eine
Flüchtlingswelle nach sich zogen, welche viele der polnischen Juden auf dem Weg in die
Emigration nach Palästina oder Amerika durch das besetzte Deutschland führte. Aufgrund
der in der Nachkriegszeit herrschenden Raumknappheit mussten Notunterkünfte geschaffen werden.
Das mittlerweile leerstehende Lager Ziegenhain wurde zum DP-Lager umfunktioniert und
bestand von August 1946 bis November 1947.
Nach 1948 wurden hier deutsche Ostvertriebene untergebracht, die 1951 mit den ehemaligen
Lagerbaracken das Dorf "Trutzhain" gründeten, das bis heute zum Teil noch aus den alten
Gebäuden besteht.
Gedenkstätte und Museum Trutzhain sucht nach Augenzeugen, Dokumenten, Fotos oder
Familienangehörigen ehemaliger Lagerbewohner des DP-Camps 95-433 Ziegenhain.
Kontakt bitte unter:
Waltraud Burger
Gedenkstätte und Museum Trutzhain
Seilerweg 1
34613 Schwalmstadt
Tel. 06691-710662
Web:   www.gedenkstaette-trutzhain.de
E-mail: info@gedenkstaette-trutzhain.de
Enrico Böhm
